Wenn im Frühjahr alles austreibt, liegt der Gedanke nahe, besonders viel zu gießen. Schließlich sollen Stauden, Gehölze, Gemüse und frisch gesetzte Pflanzen gut in die Saison starten. Genau hier passiert aber oft ein typischer Fehler: Es wird nicht zu wenig, sondern zu häufig und zu oberflächlich gegossen.
Denn auch im Frühjahr gilt: Wasser ist wichtig, aber zu viel oder falsch eingesetztes Gießen kann Pflanzen eher schwächen als stärken. Entscheidend ist deshalb nicht nur die Menge, sondern vor allem der richtige Blick auf Boden, Wetter und Pflanzenart.
Im Frühjahr ist der Wasserbedarf sehr unterschiedlich. Frisch gepflanzte Stauden, junge Gehölze oder Pflanzen im Topf brauchen deutlich mehr Aufmerksamkeit als eingewachsene Bestände. Wer dagegen alles pauschal gleich behandelt, gießt schnell an den eigentlichen Bedürfnissen vorbei.
Gerade etablierte Pflanzen kommen im Frühjahr oft noch gut mit der vorhandenen Bodenfeuchte aus. Frisch Gepflanztes muss dagegen genauer beobachtet werden.
Ein häufiger Fehler ist tägliches, kleines Gießen. Dabei bleibt das Wasser oft nur in der oberen Bodenschicht, während es tiefer unten trocken bleibt. Die Pflanzen bilden dann eher flache Wurzeln und werden auf Dauer empfindlicher.
Sinnvoller ist meist, gezielt und durchdringend zu wässern, damit das Wasser wirklich im Wurzelbereich ankommt.
Nicht nur Trockenheit ist ein Problem. Auch dauerhaft zu nasse Erde kann Pflanzen stressen. Wenn der Boden ständig nass bleibt, fehlt den Wurzeln Luft. Das kann das Wachstum bremsen und im ungünstigen Fall Fäulnis fördern.
Besonders schwere oder verdichtete Böden sollten deshalb nicht vorschnell zusätzlich gewässert werden, nur weil die Oberfläche trocken aussieht.
Gerade im Frühjahr wirkt Erde oben schnell trocken, obwohl es darunter noch ausreichend feucht ist. Wer nur nach dem ersten Eindruck gießt, greift oft unnötig zur Gießkanne.
Besser ist es, die Feuchtigkeit im Boden wirklich zu prüfen, zum Beispiel mit dem Finger oder einem kleinen Spatenstich. So lässt sich besser einschätzen, ob im Wurzelbereich tatsächlich Wasser fehlt.
Neue Pflanzungen sind die Ausnahme. Hier ist regelmäßiges Kontrollieren besonders wichtig, weil sich die Wurzeln erst noch im umliegenden Boden etablieren müssen. Vor allem in sonnigen oder windigen Lagen kann es schnell trockener werden, als man vermutet.
Trotzdem gilt auch hier: lieber gründlich und bedarfsgerecht gießen als ständig nur ein wenig.
Wie viel gegossen werden muss, hängt stark vom Standort ab. Ein sandiger Boden trocknet schneller aus als ein humoser oder lehmiger Boden. Sonnige, offene Flächen verlieren mehr Feuchtigkeit als geschützte Gartenbereiche.
Auch ein kühler Frühling mit regelmäßigen Niederschlägen braucht natürlich weniger zusätzliche Bewässerung als eine warme, trockene Phase.
Wenn gegossen werden muss, ist der Morgen meist die beste Zeit. Dann kann das Wasser gut in den Boden einziehen, und die Pflanzen starten versorgt in den Tag. Gleichzeitig verdunstet weniger als in der Mittagshitze.
Abends zu gießen ist nicht grundsätzlich falsch, aber dauerhaft feuchte Oberflächen über Nacht sind je nach Pflanze nicht immer ideal.
Wer die Feuchtigkeit im Boden länger halten möchte, kann mit einer passenden Mulchschicht arbeiten. Sie reduziert Verdunstung und schützt den Boden davor, zu schnell auszutrocknen.
Gerade im Frühjahr kann das helfen, Gießintervalle sinnvoll zu verlängern. Wichtig ist nur, dass die Mulchschicht zur Pflanzung und zum Standort passt.
Im Frühjahr ist nicht möglichst viel Wasser entscheidend, sondern das richtige Maß. Frisch gepflanzte Bereiche brauchen Aufmerksamkeit, eingewachsene Pflanzen oft deutlich weniger, als man denkt. Wer Bodenfeuchte, Wetter und Standort mitdenkt, gießt gezielter und schafft bessere Bedingungen für gesunde Wurzeln.
Bei Baumschulen Mathwig beraten wir Sie gerne dazu, wie Pflanzen im Frühjahr sinnvoll begleitet werden – damit aus gut gemeinter Pflege keine unnötige Belastung wird.