Der Herbst ist für viele Stauden, Gehölze und Hecken eine sehr gute Pflanzzeit. Der Boden ist noch warm, die Verdunstung nimmt ab und die Pflanzen können vor dem Winter neue Wurzeln bilden. Damit sie gut anwachsen, lohnt sich vor der Pflanzung ein genauer Blick auf den Boden.
Denn zusätzliche Erde oder Dünger allein lösen nicht jedes Problem. Entscheidend ist, welche Eigenschaften der vorhandene Boden hat und was die geplanten Pflanzen tatsächlich benötigen.
Bevor etwas eingearbeitet wird, sollte geklärt werden, ob der Boden eher schwer, leicht, verdichtet oder humusarm ist.
Ein einfacher Test hilft bereits: Lässt sich feuchte Erde leicht zu einer festen Rolle formen, handelt es sich meist um einen lehmigen oder tonigen Boden. Zerfällt sie dagegen schnell zwischen den Fingern, ist der Sandanteil wahrscheinlich höher.
Auch Staunässe, sehr langsames Versickern oder stark ausgetrocknete Flächen geben Hinweise darauf, wo Verbesserungen nötig sind.
Lehmige und tonige Böden speichern Wasser und Nährstoffe grundsätzlich gut. Sind sie jedoch stark verdichtet, fehlt den Wurzeln Luft und Niederschläge können schlechter versickern.
Vor der Pflanzung sollte der Boden deshalb ausreichend tief gelockert werden. Reifer Kompost oder geeignete mineralische Bestandteile können die Struktur verbessern. Wichtig ist, nicht nur das Pflanzloch mit lockerer Erde zu füllen. Sonst entsteht schnell eine Art Topfeffekt, aus dem die Wurzeln nur schwer in den umgebenden Boden wachsen.
Sandige Böden sind meist gut durchlässig, verlieren Wasser und Nährstoffe aber schneller. Hier hilft vor allem organisches Material. Reifer Kompost verbessert die Bodenstruktur und erhöht die Fähigkeit, Feuchtigkeit zu speichern.
Die Verbesserung sollte nicht nur punktuell im Pflanzloch erfolgen, sondern möglichst auf der gesamten vorgesehenen Fläche. So finden die Wurzeln später überall vergleichbare Bedingungen vor.
Kompost ist wertvoll, aber mehr ist nicht automatisch besser. Zu große Mengen können den Boden unnötig mit Nährstoffen anreichern. Für viele Stauden und naturnahe Pflanzungen ist ein übermäßig nährstoffreicher Boden sogar ungünstig.
Verwendet werden sollte gut ausgereifter Kompost, der gleichmäßig in die obere Bodenschicht eingearbeitet wird. Frisches oder noch stark arbeitendes Material gehört nicht direkt an empfindliche Wurzeln.
Bei einer Herbstpflanzung steht die Wurzelbildung im Vordergrund, nicht kräftiges oberirdisches Wachstum. Stark stickstoffhaltige Dünger können jedoch einen weichen Neuaustrieb fördern, der vor dem Winter nicht mehr ausreichend ausreift.
Eine gute Bodenstruktur ist deshalb zunächst wichtiger als eine kräftige Düngung. Ob zusätzliche Nährstoffe notwendig sind, hängt von Boden und Pflanzenart ab.
Vor dem Pflanzen sollten insbesondere hartnäckige Wurzelunkräuter sorgfältig entfernt werden. Quecke, Giersch oder Winde lassen sich später zwischen eingewachsenen Stauden nur noch schwer bekämpfen.
Diese Vorbereitung kostet zunächst etwas Zeit, erspart aber langfristig viel Arbeit und verhindert, dass junge Pflanzen sofort Konkurrenz bekommen.
Das Pflanzloch sollte deutlich breiter als der Wurzelballen sein. Der Boden an den Seiten und am Grund wird gelockert, damit neue Wurzeln leichter in die Umgebung wachsen können.
Bei Gehölzen und Stauden sollte die Pflanze in der Regel nicht tiefer gesetzt werden, als sie zuvor im Topf stand. Nach dem Einsetzen wird die Erde vorsichtig angedrückt und gründlich angegossen.
Nach der Pflanzung kann eine passende Mulchschicht helfen, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und unerwünschten Aufwuchs zu bremsen. Das Material muss jedoch zur jeweiligen Pflanzung passen.
Direkt am Stamm, an Trieben oder am Herz einer Staude sollte etwas Abstand bleiben, damit sich dort keine dauerhafte Feuchtigkeit sammelt.
Eine erfolgreiche Herbstpflanzung beginnt nicht erst mit dem Einsetzen der Pflanzen. Ein gelockerter, gut durchwurzelbarer und zum Standort passender Boden schafft die Grundlage dafür, dass Stauden und Gehölze zuverlässig anwachsen.
Bei Baumschulen Mathwig beraten wir Sie gerne dazu, welche Bodenverbesserung für Ihre Fläche sinnvoll ist und welche Pflanzen mit den vorhandenen Bedingungen langfristig gut zurechtkommen.